Stellen Sie sich vor, es ist Gottesdienst, und neun dürfen hin …

So sähe es aus, wenn wir in der Adventskirche wieder Gottesdienst feiern würden. Wir dürfen uns zwar wieder zu Gottesdiensten in den Kirchen versammeln – aber wären das Gottesdienste, wie wir sie kennen und gern feiern? Ohne Lieder? In der Friedenskirche zwar mit 20 Personen, doch die mit Masken im Gesicht und über die ganze Kirche verteilt?
Als darüber hinaus klar wurde, dass beide Pfarrerinnen auf Grund einer Bestimmung der Landeskirche nur sehr begrenzt Dienste in der Öffentlichkeit wahrnehmen dürfen, war die Entscheidung im Presbyterium sehr schnell klar:

Vorerst werden wir keine Gottesdienste in unseren Kirchen feiern.

Stattdessen laden wir weiter zu den „Gottesdiensten am Küchentisch“ ein. Sie werden, wie schon in den letzten Wochen, auf unsere Homepage gestellt und auf die Wäscheleinen vor unseren Kirchen und Gemeindehäusern gehängt. Und da einige das Abendmahl sehr vermissen, werden wir Ihnen mit den „Gottesdiensten am Küchentisch“ eine Hilfe geben, wie Sie auch zu Hause das Abendmahl feiern können.
Geht das denn? Eine Presbyterin fragte: „Muss beim Abendmahl ein Pfarrer dabei sein?“ Nein, muss eben nicht. Schon die ersten Christinnen und Christen in Jerusalem feierten das Abendmahl bei sich zu Hause. In der Apostelgeschichte schreibt Lukas: „In den Häusern hielten sie die Feier des Brotbrechens und teilten das Mahl voll Freude und aufrichtiger Herzlichkeit“ (Apostelgeschichte 2,46, Übersetzung der Basisbibel).

In der Juni-Sitzung wird das Presbyterium aber erneut über Gottesdienste und Abendmahlsfeiern beraten, vielleicht gibt es dann neue Möglichkeiten und Angebote.

Bis dahin werden jeden Tag die Worte „Für heute“ auf die Wäscheleinen gehängt und als E-Mail verschickt.

Wenn Sie anderen Menschen helfen wollen, lesen Sie doch, wofür wir am Sonntag sammeln würden („Die fehlende Kollekte“).

Und Sie können uns Gebetsanliegen schicken, die wir Pfarrerinnen in unsere Gebete und, wenn es passt, auch in die „Gottesdienste am Küchentisch“ aufnehmen werden.

Pfarrerin Kerstin Laubmann, Vorsitzende des Presbyteriums